Catch and Release richtig: So setzt du Fische ohne Schaden zurück
Pedro Wiechersaktualisiert 25.06.2026
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Catch & Release ist für die meisten Sportangler heute selbstverständlich – aber es richtig zu machen ist es nicht. Ich hab in meiner Zeit als Angler genug Situationen gesehen, in denen der Fisch zurückgesetzt wurde, aber nicht wirklich überleben wird: zu lang gehalten, zu trocken, falsch gedrillt, zu lange fotografiert. Das ist kein Anwurf – ich hab selbst Fehler gemacht, bevor ich verstanden habe, worauf es ankommt.
Hier ist das, was ich heute weiß – und was den Unterschied macht zwischen einem Fisch, der lebendig davonschwimmt, und einem, der es nicht tut.
Warum Schleimschicht so wichtig ist
Fische haben eine Schleimschicht auf der Haut, die sie vor Bakterien, Pilzen und Parasiten schützt. Diese Schicht wird durch trockene Hände, trockene Netze, Handtücher und zu viel Kontakt zerstört. Ein Fisch mit beschädigter Schleimschicht ist innerhalb von Stunden oder Tagen anfällig für Infektionen – auch wenn er beim Zurücksetzen noch aktiv wirkt.
Das ist der Grund, warum alles, was mit dem Fisch in Kontakt kommt, nass sein muss – deine Hände, das Netz, das Keschergeflecht.
Schritt für Schritt: Catch & Release richtig
1. Drill kurz halten
Je länger der Drill, desto mehr Laktat sammelt sich im Muskelgewebe des Fisches an. Das ist physiologischer Stress – ähnlich wie beim Menschen nach einem Sprint bis zur Erschöpfung. Ein Fisch, der 10 Minuten gedrillt wurde, braucht deutlich länger zur Erholung als einer, der nach 2 Minuten im Kescher liegt. Kämpf nicht unnötig – stell die Bremse richtig ein, arbeite aktiv gegen den Fisch.
2. Hände nass machen
Immer, bevor du den Fisch anfasst. Keine Ausnahme. Trockene Hände reißen die Schleimschicht innerhalb von Sekunden an.
3. Haken schonend entfernen
Zange verwenden, nicht mit den Fingern reißen. Wenn der Haken tief sitzt (Schluckhaken), ist es manchmal besser, die Schnur direkt am Haken abzuschneiden als ihn herauszureißen – der Körper des Fisches löst einen Haken häufig selbst auf. Widerhaken quetschen oder barbless Haken verwenden – das macht den Ausstieg deutlich einfacher und schonender.
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4. Foto schnell, Fisch nah am Wasser
Wenn du fotografieren willst – klar, das ist dein Recht. Aber: Fisch nah über dem Wasser halten (nicht 1 Meter in der Luft), Foto in unter 10 Sekunden, dann sofort zurück. Wenn der Fisch runterfällt, fällt er ins Wasser, nicht auf Beton.
5. Fisch erholen lassen, nicht einfach loslassen
Das ist der Schritt, den viele überspringen. Nach dem Foto: Fisch in Strömungsrichtung halten, beide Hände stützen Bauch und Schwanzstiel. Warten. Der Fisch zeigt dir, wann er bereit ist – er beginnt zu treiben, zu zappeln und macht sich mit einem Schlag davon. Lass ihn nicht einfach fallen oder loslassen, solange er noch auf der Seite liegt.
Bei Hecht nach intensivem Drill kann das 1–3 Minuten dauern. Gib ihm die Zeit.
Was du vermeiden solltest
- Fisch auf trockenem Untergrund ablegen. Gras, Sand, Beton – alles zerstört die Schleimschicht. Wenn du ihn ablegen musst, dann im nassen Kescher oder auf nassem Untergrund.
- Kiemen anfassen. Die Kiemen sind das Atemorgan des Fisches. Druck auf die Kiemen kann tödlich sein.
- Fisch hochhalten am Unterkiefer (Lipping) bei schweren Fischen. Bei kleinen Barschen ok. Bei einem 80-cm-Hecht bricht das die Wirbelsäule durch das Eigengewicht. Beide Hände verwenden.
- Zu lange warten mit dem Zurücksetzen. Jede Sekunde außerhalb des Wassers zählt.
Barbless Haken: Lohnt sich der Umstieg?
Widerhakenlosen Haken (barbless) sitzen genauso sicher – wenn du die Schnur gespannt hältst. Der Vorteil beim C&R: Der Ausstieg dauert Sekunden statt Minuten, der Fisch wird deutlich weniger verletzt. Ich angel zunehmend mit barbless Haken. Wenn du C&R ernstnimmst, ist das ein logischer Schritt.
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Fazit: C&R ist eine Technik, keine Einstellung
Catch & Release ist gut gemeint. Ob es dem Fisch tatsächlich hilft, hängt davon ab, wie du es machst. Nasse Hände, kurzer Drill, schnelles Foto, langer Recovery – das sind keine Regeln, das ist Respekt vor dem Tier, das du befischst. Und es macht dich zu einem besseren Angler.
Fragen zu C&R-Technik für spezifische Fischarten? Frag den KI-Angelberater.
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