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Fangmeister

Forellen an der Oberfläche fischen: Eine Technik die ich noch testen will

Pedro Wiechers

Den Bochra-See im Zillertal kenne ich. Die Bichlacher Angelteiche in Kössen auch. Ich war an beiden mit der klassischen Montage – Naturköder, einfache Grundmontage, Fisch eingetragen. Hat funktioniert.

Aber eine Technik habe ich dort noch nie ausprobiert, obwohl sie an genau solchen Seen besonders gut funktionieren soll: Forellen an der Oberfläche fischen. Kein Fliegenfischen, keine Pose – ein schwimmender Köder, der auf der Wasseroberfläche treibt wie ein gefallenes Insekt.

Das hole ich nach. Hier ist, was ich bisher darüber gelernt habe.

Warum Forellen an die Oberfläche kommen

An einem Forellensee wie dem Bochra-See oder den Bichlacher Angelteichen stehen Forellen und Saiblinge oft dicht unter der Wasseroberfläche. Sie sind auf Futter konditioniert – und sie nehmen, was von oben kommt. Insekten, die ins Wasser fallen. Pollen, der treibt. Organische Partikel.

Wer einen natürlich schwimmenden Köder anbietet, der von der Wasseroberfläche treiben kann, imitiert genau das. Der Unterschied zur normalen Montage: Du siehst den Biss direkt. Die Forelle steigt auf, öffnet das Maul, nimmt den Köder von oben. Kein Pose-Zucken, keine Rätselraten – du siehst es.

Was du brauchst

Das Schöne an dieser Technik: Sie braucht kaum Ausrüstung.

Rute: Leicht und sensibel. Eine Forellenrute oder leichte Spinnrute bis 10 Gramm Wurfgewicht reicht vollkommen. Schwere Gerätschaft ist hier hinderlich.

Schnur: Dünne Monofil-Schnur, 0,16 bis 0,18 mm. Keine geflochtene Schnur – sie würde sinken. Die Mono soll auf der Oberfläche treiben.

Haken: Klein und fein, Größe 10 bis 14. Kein Blei, kein Gewicht. Der Köder trägt sich selbst.

Köder: Aktivierte Maden (kurz in heißem Wasser blanchiert, damit sie aufschwimmen) oder schwimmende Schaumstoffkügelchen in Weiß, Gelb oder Orange. An manchen Seen – wie den Bichlacher Angelteichen – sind Naturköder erlaubt, anderswo nur Kunstköder. Vor dem Besuch kurz die Hausregeln checken.

So funktioniert es in der Praxis

Auswerfen, Schnur locker auf der Wasseroberfläche liegen lassen, warten. Kein aktives Einholen, kein Jigging. Der Wind treibt den Köder langsam übers Wasser – genau wie ein treibendes Insekt.

Du beobachtest die Stelle, wo der Köder treibt. Wenn eine Forelle aufsteigt: Kurz warten bis die Schnur sich strafft, dann ruhig und ohne Kraftaufwand anschlagen. Forellenmäuler sind weich – ein harter Anhieb reißt den Haken raus.

Die Technik funktioniert besonders gut bei ruhigem Wasser und wenn Fische sichtbar an der Oberfläche stehen. An warmen Nachmittagen, wenn Insektenaktivität hoch ist, oft am besten.

Was mich daran reizt

Ich angle seit Jahren – aber diese direkte Sichtbarkeit des Bisses, das Aufsteigen eines Fisches an der Oberfläche, das kenne ich bisher nur vom Hörensagen. Das ist ein anderes Angeberlebnis als das Warten auf eine zuckende Pose.

Mein Plan: Das nächste Mal am Bochra-See oder in Kössen nehme ich leichtes Gerät mit und teste die Technik. Ich werde hier berichten wie es gelaufen ist.

Kurzes Fazit

Oberflächenfischen auf Forellen ist minimalistisch, direkt und für Forellenseen wie den Bochra-See oder die Bichlacher Angelteiche gut geeignet. Wer die klassische Grundmontage kennt und etwas Neues ausprobieren will: Das ist ein einfacher Einstieg in eine völlig andere Art zu fischen – mit wenig Ausrüstung und maximalem Schauwert.

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